Fotografie und Gestaltung

Frank Bäume

 

Die Anfänge _______________________________

Die Anfänge der Fotografie fallen in jene Zeit, als in der Malerei praktisch alle technischen Probleme zur vollkommenen Wiedergabe der Realität gelöst waren. Die Perspektive, das Licht- und Schattenspiel, die Anatomie des Menschen, all das war gegen Ende des 19. Jahrhunderts kein grundsätzliches Problem mehr, lediglich den individuellen Fähigkeiten des jeweiligen Künstlers unterworfen. Damit war es praktisch möglich die Natur in ihrer gesamten Vielfalt perfekt abzubilden. Die Perfektion der technischen Möglichkeiten forderte allerdings bald darauf ein Hinausgehen über das bloße Abbild der Natur heraus und führte einerseits in den Impressionismus und andererseits in den Expressionismus.

Die frühe Fotografie war in ihren Möglichkeiten im Vergleich dazu wesentlich eingeschränkter. Extrem lange Belichtungszeiten schlossen bewegte Motive (Menschen, Tiere, Fahrzeuge usw.) weitgehend aus und darüberhinaus war an Farbfotografie nicht zu denken.

Das Auflösungsvermögen (Schärfe und Kontrast) konnte bei weitem nicht unseren heutigen Ansprüchen entsprechen. Trotzdem oder gerade deswegen besitzen Fotografien der Frühzeit einen eigentümlichen Reiz.

 


Die erste Fotografie der Welt war die Aufnahme des französischen Experimentators Nicéphore Niepce aus dem Jahre 1827. Eine Belichtungszeit von 8 Stunden bedingt, daß die Sonne beide Seiten des Bildes beschien. Die hellen Stellen wurden durch erhärteten Judäa-Asphalt, die dunklen durch Bleiplatte wiedergegeben.
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