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Frank Bäume


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Der Siegeszug  __________________

Fotografien erschienen bald in den Zeitungen und das Interesse der Menschen an dieser neuen Erfindung war groß. Die Anwendung war vornehmlich auf professionelle Portraitfotografen beschränkt. Erst eine Senkung der Verkaufspreise und eine Verkürzung der Belichtungszeiten bescherten der Fotografie den Durchbruch zum Massengebrauch. Weltruhm erlangten damals die vom Österreicher Petzold und Voigtländer produzierten Objektive durch ihre ausgesprochene Lichtstärke.
Den Fotomodellen blieben durch die lange Belichtungszeit bedingte Torturen nicht erspart. Kritiker und Künstler führten eine kontroversielle Diskussion über die neue Möglichkeit, die Realität so abzubilden. Euphorische Begeisterung stand kategorischer Ablehnung gegenüber. Nicht zuletzt fürchteten viele Maler um ihre Existenz.
Drei Faktoren haben die Entwicklung der Fotografie, das Tempo sowie das Ausmaß ihrer Verbreitung seit den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts wesentlich bestimmt: der politische und soziale Aufschwung des Bürgertums, die neue Ästhetik der Fotografie und die Möglichkeit der massenweisen Produktion.
In weiches Licht gehüllte, Ruhe ausstrahlende Landschaften und Städtebilder sind neben den Portraitfotos gezwungenermaßen die bevorzugten Motive. Den Fotografen der frühen Zeit ist eines gemeinsam: Pioniergeist und Experimentierfreudigkeit. So war die stereoskopische Fotografie schon zur Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt und löste am Anfang eine Mode des Sammelns von Stereobildern aus, was allerdings nur kurz währte. Trotz der anfangs stundenlangen Belichtungszeiten war es in weiterer Folge gerade die Bewegung, die die künstlerische Fotografie herausforderte. Stroboskobartige Bewegungsanalysen brachten auch für die Malerei völlig neue Erkenntnisse, etwa wie, und in welcher Bewegungsphase die Hufe eines Pferdes den Boden berühren. Aber auch die Bewegungen des Menschen wurden in einer bisher nicht gekannten Genauigkeit analysiert.